Schifffahrt

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Schiff|fahrt ['ʃɪffa:ɐ̯t], die; -:
Schiffsverkehr:
für die Schifffahrt wurden neue Möglichkeiten erschlossen.
Zus.: Dampfschifffahrt, Seeschifffahrt.

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Schịff|fahrt 〈f. 20; unz.〉 Beförderung von Personen u. Gütern auf dem Wasser mithilfe von Schiffen (Handels\Schifffahrt, Kriegs\Schifffahrt, Fracht\Schifffahrt, Personen\Schifffahrt); →a. Schiffsfahrt

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Schịff|fahrt, Schịff-Fahrt, die:
1. <o. Pl.> das Fahren von Schiffen auf Gewässern zur Beförderung von Personen und Gütern.
2. (selten) Schiffsfahrt.

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Schifffahrt,
 
zusammenfassende Bezeichnung für das Befahren der Gewässer und Meere mit Schiffen, besonders als Handelsschifffahrt für den Verkehr mit Handelsschiffen zur Beförderung von Personen (Fahrgast- oder Personenschifffahrt) oder Gütern (Frachtschifffahrt), zum Teil auch kombiniert. Nach dem Fahrtbereich unterscheidet man Seeschifffahrt und Binnenschifffahrt sowie die kombinierte See-Binnen-Schifffahrt zwischen Binnen- und Seehäfen.
 
Regelmäßig mit Fahrgast- und Frachtschiffen befahrene Seewege nach bestimmten Häfen heißen Schifffahrtslinien (auch Bezeichnung für Reedereien, die einen Schiffsliniendienst unterhalten). Die Seeschifffahrt unterscheidet je nach Fahrtgebiet große, mittlere, kleine Fahrt und Küstenfahrt.
 
Träger der Schifffahrt sind Reeder, Reedereien oder der Staat als Reeder. Theoretisch ist die Schifffahrt für jedes Volk frei, praktisch bedarf es zwischenstaatlicher Handelsverträge. Außerdem schließen sich Reedereien international zu Schifffahrtskonferenzen zusammen, um v. a. die Tarifierung der Beförderungsleistungen, Abfahrtsdaten der Schiffe, Arten des Güterempfangs und -versandes sowie Werbemaßnahmen gemeinsam zu regeln.
 
 
Schifffahrt wurde bei der Unzulänglichkeit des Landtransports schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit auf Seen und Flüssen betrieben. Von den Flussmündungen aus (Donau, Nil, Euphrat/Tigris, Indus, Hwangho) kam man bei Tag und stets in Sicht von Land zur Küstenschifffahrt. Die eigentliche Seeschifffahrt, die fremde Länder und Völker verbindet und bereits eine bestimmte Kulturhöhe voraussetzt, begann schon im 3. Jahrtausend v. Chr., v. a. in den drei damaligen Kulturkreisen am Indus, auf Kreta und im Bereich der Megalithkultur, wobei man sich allerdings auch nur ausnahmsweise von der Küste löste. An der Entwicklung der Hochseeschifffahrt hatte die Kenntnis der regelmäßigen Winde starken Anteil, z. B. der Monsune, die einen jahreszeitlichen Verkehr zwischen Vorder-, Hinterindien, Arabien und Ostafrika ermöglichten.
 
Von 1500 v. Chr. an befuhren die Phöniker das gesamte Mittelmeer und das Rote Meer, gelangten auch durch die Straße von Gibraltar. Später übernahmen die Griechen im Wesentlichen den Verkehr innerhalb des Ägäischen, Schwarzen und Ionischen Meeres. Auch Karthager und Etrusker fuhren zur See. Bei den Römern trat die Schifffahrt nicht besonders hervor.
 
Vom 9. Jahrhundert an strebten die Normannen in den Atlantik hinaus: Sie gelangten nach England, Schottland, Island, Grönland und um 1000 nach Amerika. Die zunächst kriegerischen Seezüge dienten später mehr und mehr dem Güteraustausch. Im 11. Jahrhundert entstand der Wirtschaftsbund der Hanse. Gleichzeitig blühte die bis nach Indien reichende Handelsschifffahrt italienischer Seestädte, v. a. von Pisa, Genua und Venedig.
 
Die technische Vervollkommnung des Schiffes und seiner Takelung, die Einführung des festen Steuerruders seit dem 12. und die Entwicklung der nautischen Instrumente im 14. Jahrhundert schufen die Möglichkeit zur Hochseeschifffahrt und die Voraussetzungen für die Entdeckungsreisen (Entdeckungsgeschichte). Während die Seegeltung der Spanier und Portugiesen sank, stieg die der Niederlande im 16. Jahrhundert Ihre Seeherrschaft wurde von der Englands abgelöst (Navigationsakte 1651). Englische Gesellschaften versahen als Erste um 1840 einen regelmäßigen Dienst zwischen Europa und Amerika. Die Dampfschifffahrt brachte einen umwälzenden Aufschwung des Seeweltverkehrs.
 
Die Geschichte der Schifffahrt ist u. a. im Deutschen Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven, im Nederlands Historisch Scheepvaart Museum, Amsterdam, im National Maritime Museum, London, und im Marine Museum of the City of New York dokumentiert.
 
 
F. E. Giese: Kleine Gesch. der dt. Handels-S. (1967);
 L. Casson: Die Seefahrer der Antike (a. d. Engl., 1979);
 G. Westphal: Lex. der S. (1981);
 
Zur geschichtl. Bedeutung der frühen Seefahrt, hg. v. H. Müller-Karpe (1982);
 O. Höckmann: Antike Seefahrt (1985);
 J. Brennecke: Gesch. der S. (21986);
 A. Kludas: Die Gesch. der dt. Passagier-S., 5 Bde. (1986-90);
 F. Meijer: A history of seafaring in the classical world (a. d. Niederländ., London 1986).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Seefahrt: Vorstoß ins Ungewisse
 
Schifffahrt: Ökologische Aspekte
 
Schifffahrt: Geschichte
 
Binnenschifffahrt: Auf Kanälen, Flüssen und Seen
 
Seeschifffahrt: Güterverkehr, Personenverkehr, Fischerei
 
Häfen und Werften
 
Schifffahrt: Antriebstechnik und neue Schiffstypen
 

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Schịff|fahrt, die <o. Pl.>: das Fahren von Schiffen auf Gewässern zur Beförderung von Personen und Gütern.

Universal-Lexikon. 2012.

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